Narzissmus ist die Hinwendung zu sich selbst und die Beschäftigung mit dem eigenen Körper. Nach der Theorie Sigmund Freuds ist Narzissmus Teil der normalen Persönlichkeitsentwicklung. In der ersten Entwicklungsphase, dem sogenannten „primären Narzissmus“, konzentriert sich das Kind darauf, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, und auf sich selbst. Im Verlauf einer normalen Entwicklung wird diese Selbstbezogenheit jedoch allmählich überwunden, und die Person entwickelt die Fähigkeit, andere zu lieben und für sie zu sorgen.

Bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen kann Narzissmus zu einem dominierenden Aspekt der Persönlichkeit werden. Menschen mit stark ausgeprägtem Narzissmus können ein übersteigertes Selbstwertgefühl und Eitelkeit sowie eine geringe Fähigkeit zur Empathie gegenüber anderen zeigen. Sie können ständig nach Aufmerksamkeit und Anerkennung durch andere suchen und eine besondere Behandlung erwarten.

Der Begriff „Narzissmus“ wird auch in der modernen Psychologie und Psychiatrie verwendet, um bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Persönlichkeitsstörungen zu beschreiben, etwa die narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS), die durch stark ausgeprägten Narzissmus und mangelnde Empathie gekennzeichnet ist.